Mittwoch, 22. April 2009

Australien: Das Outback II: Stuart Highway to Darwin (18.04.-20.04.09)

Man konnte nach der Ueberquerung des suedlichen Wendekreises nun wirklich mitverfolgen, wie sich die Vegetation nach und nach veraenderte.



Dennoch befanden wir uns mal wieder mitten im Nirgendwo und dieses Gefuehl ist wirklich unschlagbar. Schon jetzt wussten wir, dass die Entscheidung, noch ganz in den Norden zu fahren, eindeutig die richtige war.

Da wir uns nach der kleinen "Auftank-Ehrenrunde" von vor wenigen Tagen angewoehnt haben, bei wirklich JEDER Tankstelle auf dem Weg zu tanken - die Tankstellen liegen auch in diesem Teil des Stuart Highways bis zu 200km weit auseinander - konnte uns auch die Tatsache, dass am Roadhouse in Barrow Creek das Benzin ausverkauft war, nicht weiter schocken. "Maybe we'll have some petrol tomorrow, but we don't know at what time!", so die Worte der Tankstellenwaertin. Wir hatten noch ueber halb voll und die naechste Service-Station war "nur" 100km weit entfernt - aber die Vorstellung, hier ohne Benzin dazustehen bereitet einem schon Gaensehaut. Aber so ist eben das Outback!





Auch am naechsten Tag lautete unsere Devise: "Kilometerschrubben". Grundsaetzlich kommt man an einem guten Tag bis zu 750km weit, allerdings sind unsere Ruecken abends dann so sehr laediert, dass wir uns zur Belohnung gegenseitig mit Tigerbalm aus Thailand einmassieren muessen.

Toll hier in der Gegend sind die einzigartigen Outback-Hotels (zur Info: Hotels sind in Austalien Pubs, die entweder vor langer Zeit Zimmer vermietet haben oder es zum Teil jetzt noch tun.). Das Hotel in Barrow Creek hat die kompletten Waende mit Geldscheinen von Gaesten aus der ganzen Welt tapeziert und schimpft sich somit "Einzigste Bank des Outbacks". Wycliffe Well's Hotel hat sich hingegen zur "UFO Capital of the World" erklaert, und es sollen sogar regelmaessig Ausserirische hier landen. Gesehen haben wir leider keine...





Urploetzlich tauchen dann aus dem Nichts die sog. Devils Marbles auf. Die riesigen Granitbloecke sehen - wie der Name schon sagt - aus wie Murmeln und sind durch die hohen Temperaturschwankungen im Outback auch teilweise in der Mitte auseinandergebrochen. Eine wirklich scheone Abwechslung hier draussen!









Abends konnten wir dann an einer wirklich scheonen Rest-Area unser erstes Outbackmahl total im Freien geniessen, denn die Fliegenplage hatte sich auch hier draussen in Luft aufgeloest. Apropos Luft: Die Luftfeutigkeit an diesem Abend war unglaublich hoch - schon ein erster Vorgeschmack auf das, was uns in Darwin und Umgebung erwarten wird. Somit wurde die eine Plage durch eine andere ersetzt, denn an Schlafen im Camper war nicht zu denken...

Am naechsten Morgen sind wir frueh Richtung Mataranka aufgebrochen, wo es laut Lonely Planet eine Moeglichkeit zum Baden geben soll. Unsere Erwartungen an ein oedes, schmutziges und stinkendes Badeloch mitten im Outback wurden jedoch um Weiten uebertroffen: Wir konnten in einem natuerlichen Thermal Pool mitten in dichtem Dschungel (mit vielen Spinnen!) ein Bad in 34 Grad warmen und kristallklarem Wasser geniessen. Wow - das tat so gut, so dass wir hier mindestens zwei Stunden verbrachten! Und ja: Wir waren nun eindeutig in den Tropen.





Unser naechster Stop war in Katherine, was uns wieder in die Zivilisation zurueckfuehrte. Woolworth, Tankstellen, Bottle Shops, Handyempfang und ein paar wenige Ampeln. Apropos Woolworth:

Hoch soll er leben, dieser tolle Discounter!



Hier fuehrte uns ein kleiner Abstecher zur Katherine Gorge, einer beindruckenden Schlucht in noch tollerer Umgebung und einem Fluss mit haufenweisse Krokodilen. Baden ist ab hier also dann wohl zukuenftig tabu...





Was natuerlich bei einem Outback-Besuch auch nicht fehlen darf: Ein Buschfeuer.



Allerdings haben wir von Einheimischen erfahren, dass diese Feuer absichtlich von Aboriginals gelegt werden und gaenzlich ungefaehrlich sind, und "nur" das hohe Buschgras abfakeln. Macht das Ganze hier wohl ein wenig fruchtbarer und lockt zusaetzlich auch wieder die Tiere an. Aha...

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