Freitag, 17. April 2009

Australien: Das Outback I: Stuart Highway von Port Augusta nach Erldunda (13.04.-14.04.09)

Nach einem Grosseinkauf und letztem Autocheck in Port Augusta ging es endlich auf ins Outback! Der Stuart Highway ist wohl die Strasse, auf der wir uns die naechsten Tage aufhalten werden. Er ist die einzig geteerte Strasse, die durch das Outback Australiens fuehrt - und die Staedte Port Augusta im Sueden mit Darwin im Norden verbindet.

Zu Beginn fuhren wir noch an einigen Salzwasser-Seen vorbei, danach hat's fuer ne lange Zeit eigentlich nur noch Straeucher, Graeser und rote Erde. Wobei die Landschaft um einiges vielfaeltiger und interessanter ist, als wir es erwartet hatten. Zwischenzeitlich kann es schon auch mal vorkommen, dass man wieder hoeheren Baeumen begegnet oder sogar eben auch mal ueber ein paar Meter hohe Huegelchen fahren muss...

Die eigentliche Erfahrung ist allerdings das "Outback-Feeling": dieses unbeschreibliche Gefuehl durch die endlosen Weiten zu fahren - und es ist einfach mal nichts um einen herum! Das ist absoluter Wahnsinn!!








Die vereinzelten Orte, die man durchfaehrt (wenn man ueberhaupt von einem "Ort" sprechen kann, da man eher nur mal an einem alleinstehenden Roadhouse vorbeikommt), sind kilometerweit entfernt! Das ist der Grund, warum wir lieber mal an jeder Tankstelle auftanken... Das Benzin wird allerdings unverschaemt teuer, je weiter man nach "Central Australia" gelangt. In Port Augusta noch fuer 1,16 AUS$ getankt, kostet es im Outback bis zu 1,75 AUS$! Und das, wo wir jetzt sooo viel fahren muessen...

Die naechst groessere Stadt, die man passiert, ist nach ca. 500 Kilometern "Coober Pedy". Und die ist alles andere als schoen! Bekannt ist die Stadt fuer sein grosses Opal-Vorkommen. Aber entsprechend sieht es eben auch aus, da ueberall in und um diese Wuesten-Stadt gebuddelt wird. Lieber mal schnell weiter...





Die groesste Freude haben wir eigentlich daran, andere entgegen kommende Autofahrer zu gruessen. Was ein Spass! Anfangs kommt man sich noch bissl bloed dabei vor, dann aber geht der Spass los! Die Begruessung von "Gleichgesinnten" ist auf dem Stuart Highway ein Brauch. Und fuer uns eine wunderschoene und extrem amuesante Tagesaufgabe. :-) Man hat ja sonst nicht viel zu tun, waehrend man die schnurstraks verlaufende Strasse mit gerade mal 100 km/h entlang cruist.

Eine weitere schoene Ablenkung ist Hoerbuch zu hoeren. Oder richtig gute laute Musik, zu der man ein bisschen mitwackelt. Das IPOD-MP3-Verbindungskabel, welches wir uns in Bairnsdale noch besorgt haben, ist hierfuer Gold wert! Wir sind vom Klang der Musik-Anlage im Camper echt begeistert. Ja... da kann so ein Tag mal schnell vergehen - zack ist man 700 km weiter.

Neben der unendlich weiten Landschaft sieht man auch viele Tiere nahe der Strasse, bei unserem Camping-Platz - oder auch gern mal auf der Strasse:

Papageien
Keilschwanzadler
hm... irgendwelche lustigen Voegel
Emu

Rinder

Kaenguruhs sieht man gar nicht mal so viele rumhuepfen, wie gedacht. Zum Glueck dafuer aber auch nur selten Tote ;-)

Jetzt kommen wir mal zu den Fliegen: Die sind eine soooo schreckliche Plage im Outback! Kaum aus dem Auto ausgestiegen, schwaermen sie schon im Massen auf einen zu - bevorzugt mitten ins Gesicht - so dass es eigentlich unmoeglich ist, sich mal laenger draussen aufzuhalten. Echt schade, denn endlich waere es mal waermer und man koennte ohne zu frieren gemuetlich draussen sitzen...


Was gern mal "geheim" gehalten wird, ist, dass hier im Outback in den 1950er-Jahre Atombomben-Test durchgefuehrt wurden. In diesem Gebiet, der "Prohibited Woomera Area", darf man nicht von der Strasse abweichen (was wir eh nicht vor hatten, weil wir ja kein 4WD-Auto haben), aber ein komisches Gefuehl ist es schon durch so ein "verseuchtes" Gebiet zu fahren.

Nach etwa 1.200 km kam unsere Links-Abzweigung: der Lasseter Highway, der uns ins Rote Zentrum und zum Herzen Australiens fuehren wird.

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