Samstag, 6. Juni 2009

Java: Yogyakarta (05.06.-07.06.09)

Da Singapur eine so kostspielige Angelegenheit ist, ging es heute mit Air Asia weiter nach Yogyakarta auf Java. Wir hatten gleich mal ne Stunde Verspaetung, doch das war gar nicht so schlimm fuer uns, dann am Singapore Airport kann man umsonst ins Internet und umsonst Fussmassage-Geraete benutzen. So laesst es sich ja ganz gut aushalten - bis auf, dass die Klimaanlagen fast den Gefrierpunkt erreicht haetten...

In Yogyakarta gelandet, hiess es erst mal ab durch die Schweine-Grippe-Quarantaene-Station! Jeder Passagier wurde ein mal kurz abgespritzt ehe man zur Immigration und zum Gepaeckband weiter konnte.



Aber die Uhren ticken hier eh wieder anders. Der Flughafen von Yogya ist wohl der kleinste, den wir je gesehen haben. Die Air Asia Maschine hat uns mitten auf dem Rollfeld abgesetzt, das Gepaeck wurde mit Karren in die Ankunftshalle geschleppt und ehe wir ueberhaupt durch die Quarantaene-Station geschleust wurden, sah man die Maschine schon wieder starten.

Im Lonely Planet haben wir den Tipp gelesen, dass es von der Hauptstrasse 200m vom Flughafen entfernt guenstigere Taxis ins Stadtzentrum geben soll. So haben wir uns auf den Weg gemacht. Doch ehe wir die Hauptstrasse ueberhaupt erreichen konnten, wurden wir von einer 28-jaehrigen Indonesierin mit ihrem Freund / Papa / wer auch immer aufgegabelt. Die beiden boten uns an, uns kostenlos mit in die Stadt zu nehmen. Klar, dass wir erst mal ziemlich skeptisch waren, denn Grundsatzregel Nummer eins in Asien ist: Nichts ist umsonst!

Dennoch stiegen wir ein. Die zwei freuten sich sehr ueber ihre 'new friends' und liessen sich nicht davon abbringen, uns sogar bei zur Unterkunftsuche zu begleiten. Nachdem wir ein schones Guesthouse gefunden haben, verabschiedeten sie sich hoeflich und waren nie wieder gesehen. Wow! Solch eine Gastfreundschaft haetten wir echt nicht erwartet, wenn Sie auch sicherlich vom Guesthouse ne Provision erhalten haben - das soll uns ja aber nicht weiter stoeren!

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten und uns wieder dazu entschlossen hatten, unsere 'Sleepies' zum Schlafen herzunehmen, wollten wir unseren Hunger nach Asia-Food stillen - das Fruehstueck im Hostel in Singapur war auch heute, nicht anders wie gestern, genauso bescheiden. In der Gasse wartete bereits ein neuer "Freund", der uns zu einem 'warung', einem typisch indonesischen Strassenstand in einer schmalen Seitengasse fuehrte. Das rein vegetarische Essen war ein Traum und mit Sambal konnten wir die so geliebte Schaerfe herbeizaubern. Die groesste Ueberraschung war allerings, dass beide Essen zuzueglich frischem Eistee umgerechnet 60 Eurocent gekostet haben. Das sieht doch schon besser aus! So kanns weitergehen: Unterkunft fuer 3 Euro und nun das! Asien ist einfach toll - vor allem dreht sich sooo viel ums Essen!

Abends gleich zum naechsten Strassenstand, wo wir einen Hollaender und einen Kanadier kennen gelernt haben, was echt an ein Wunder grenzt, denn Touristen sind hier absolute Mangelware. Beim Absackerbier in einer kleinen Bar mit Livemusik unterhielten wir uns praechtig - und konnten uns von dem schon wieder so abgehackt-schlechten, asiatischen Englisch erholen.

Die erste Nacht war sehr erholsam, da unser Guesthouse in einer ruhigen Gasse abseits des ganzen Trubels liegt - bis morgens um 4:30 Uhr der Muezzin lauthals zum ersten Gebet des neuen Tages aufforderte! Ja, wir befinden und nicht nur in Asien, sondern auch mitten in der groessten muslimischen Nation weltweit - allerdings wird hier die Scharia nur teilweise praktiziert.

Am zweiten Tag stand Sightseeing auf dem Programm, inklusive Kraton, dem Wohnsitz des Sultans, welcher uns ehrlich gesagt eher weniger vom Hocker gehauen hat.


Gaehn!

Auf dem Weg dorthin wurde man immer wieder von Schleppern abgefangen, die einen unbedingt die javanesische Batikkunst naeher bringen wollten. So entpuppte sich unser Stadtbummel als eine Art Spiessrutenlauf. Dennoch genossen wir die Stadt in vollen Zuegen. Yogya ist so entspannt! An die Hitze gewoehnen wir uns so langsam auch wieder, aber ist echt Wahnsinn, was man hier den ganzen Tag ueber trinken kann (ohne Pipi machen zu muessen wohlgemerkt!). So goennten wir uns immer wieder an den Strassenstaenden den ein oder anderen Eistee, um einfach nur das geschaeftige Treiben zu beobachten.









Am Faszinierendsten ist aber eigentlich, dass wir keine 10 Minuten laufen koennen, ohne dass wir von indonesischen Touristen, die wohl zum ersten Mal in ihrem Leben eine Grossstadt besuchen, angequatscht werden, ob wir ein Foto mit ihnen machen wuerden. Fuer die sind wir Europaer etwas ganz Neues und Besonderes. Vor allem von unserer Groesse waren sie total ueberwaeltigt, wir hoerten sie immer nur quietschen: "You're so tall! You're so tall!" Tourismus ist eben in Indonesien nicht so weit verbreitet... Fuer uns war es aber auch eine ganz neue Erfahrung, denn wir koennen uns wohl ihre Lebensweise nicht wirklich vorstellen.



Abends haben wir die Einladung unseres neuen "Freundes" aus dem Reisebuero gegenueber
unseres Guesthouses angenommen und ihn bei einer traditonellen Tanzvorfuehrung besucht, die sich "Jatilan" nennt. Bei diesem Tanz verkleiden und malen sich die Darsteller an und ein wichtiger Bestandteil sind Steckenpferde. Innerhalb von 2 Stunden tanzt sich die ganze Gruppe in Trance... Sehr interessant zu sehen und wirklich prima, da ausser uns sonst keine Touristen vor Ort waren und wir auch hier neben der Tanzveranstaltung fuer die Zuschauer DAS Highlight waren.



Am naechsten Tag wollten wir uns auf eigene Faust zum nahegelegenen Mount Merapi aufmachen, dem aktivsten Vulkan auf Java. So setzten wir uns in einen Local Minibus (selbstverstaendlich waren wir die einzigen Touristen), der innerhalb von einer Stunde zu dem Bergdorf 'Kaliurang' fuhr. Ein Highlight dieser Fahrt war allein schon, dass an einer Haltestelle mal eben ein Gitarrenspieler angerannt kam, der uns ein schoenes Liedchen vortraellerte.



Von Kaliurang aus war der Plan, ein Motorad-Taxi zu nehmen, um zu dem spektakulaeren Aussichtspunkt in Kali Aden zu gelangen, von wo aus man den Vulkan perfekt brodeln sehen soll. Doch so weit kamen wir nicht! Ob es am freien Sonntag lag oder nicht - wir haben kein Motorrad-Taxi in diesem Bergoertchen finden koennen... So ging es eben nach ein bisschen Umsehen und zum "x-ten Mal Fotomodell fuer Indonesier Stehen" wieder hinab nach Yogya. Trotz allem Pech den Vulkan nicht gesehen zu haben, ein lohnenswerter und klimatisch sehr angenehmer Ausflug.



...und abends gab's endlich mal wieder eine Massage! Eine ganze Stunde Fussreflexzonenmassage fuer weniger als 2 Euro! Nach ueber 3 Monaten eine wahre Wohltat fuer unsere Fuesse.


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