Dienstag, 23. Juni 2009

Nusa Tenggara: Lombok West to East, Perama Island (Tag 1, 17.06.09)

Nachdem 'Perama' tatsaechlich vergessen hatte, uns vor unserem Guesthouse abzuholen, stiegen wir abgehetzt - nach einem sportlichen Fussmarsch quer durch Sengiggi - um 9:00 Uhr in den Bus, der uns mit ein paar Zwischenstopps von der Westkueste Lomboks zur Anlegestelle an die Ostkueste bringen sollte.

Nun gings sie also los, unsere mit grosser Freude erwartete Bootstour 'Hunting Komodo by Camera' - 5 Tage und 4 Naechte auf 'Kreuzfahrt'!

Auf den ersten Blick sahen die anderen Mitreisenden ganz ok aus, wenn sich auch dickbaeuchige Deutsche untergemischt hatten. Aber schliesslich starten ja zwei Boote und vielleicht haben wir ja Glueck...

Beim ersten Zwischenstopp wurde uns gezeigt, was man aus Bambus doch fuer tolle Produkte herstellen kann. Anschliessend gab's Lunch-Buffet mit traditionellen indonesischen Taenzen und zu guter Letzt wurde uns kurz vor dem Hafen noch gezeigt, wie man ueberhaupt erst ein seetaugliches Boot baut.

Alles nicht soooo spannend, denn wir waren alle viel zu aufgeregt und voller Vorfreude auf unsere Bootstour. Wir wurden dem Boot 'Perama 212' zugeteilt. 'Cruise Director' sollte "Nardin" sein, ein wirklich indonesisches Orginal! Und die restlichen Mitreisenden auf unserem Boot sahen auch alle echt nett aus - die fettbaeuchigen Deutschen waren auf dem anderen Boot. Puhhhh.

Das Boot war natuerlich totschick und nach ca. 1 Stunde an Bord und erstem 'Beschnuppern' bei Bier hiess es auch schon wieder: Alle Mann von Bord - Perama Island war erreicht.



Die kleine, paradiesische Insel gehoert Perama und hier konnten wir erst mal ausgiebigst Schnorcheln, Schwimmen, Relaxen...



...und dazu beitragen, dass das vorgelagerte Riff wieder aufgebaut wird. Hier sieht man Caro mit ihrem selbstgebastelten Korallenriff, welches sie dann im Meer versenkt hat, so dass sich daran wieder neue Korallen bilden koennen:



Abends wurde auf der Insel ausgiebig gegrillt und das 'Passagiere-Beschnuppern' ging in die zweite Runde. Um 21:00 Uhr gings zurueck aufs Boot, da wir fuer die Nacht eine lange Strecke zurueckzulegen hatten. An Bord wurde natuerlich noch um die besten Schlafplaetze auf dem Sanddeck gekaempft - Caro und Alex koennen sich aber nicht beschweren!



Die folgende Nacht war allerdings doch sehr starker Wellengang, so dass wir vorsichtshalber mal Tabletten gegen Uebelkeit eingeworfen haben....



Sonntag, 14. Juni 2009

Lombok: Sengiggi (14.06.-17.06.09)

Wie versprochen durften wir am naechsten Morgen in ein wirklich schoenes, sauberes Zimmer mit Veranda und Blick auf den Goldfischteich umziehen. So sieht die Welt doch schon wieder besser aus! Nachdem wir noch vor dem Fruehstueck den Ort erkundschaftet haben, hiess es einfach nur ab an den Strand und das Leben geniessen. Der Strand ansich war wirklich wunderschoen, menschenleer, das Meer angenehm warm und der Blick nach Bali auf den Vulkan 'Gunung Agung' unbeschreiblich.



Doch auch hier koennen wir den Angaben vom Lonely Planet leider nicht zu 100% zustimmen. Der Ort hat zwar alles was man zum Leben braucht (nette Unterkuenfte, Supermarkt, Internetcafe & Essensstrassenstaende), dennoch wirkt hier alles ein wenig heruntergekommen und wie ausgestorben. Der Strand wuerde sich z.B. prima dazu eignen, ein paar gemuetliche Sunbeds aufzustellen - doch anstelle dessen laufen hier pausenlos die Strandverkauefer vorbei, die alle pausenlos das Gleiche anbieten: Billige Kettchen, Peanuts oder Sarongs. Und das ohne Touristen!!! So waren wir beiden leider das gefundene Fressen und das Backpackerfeeling gleich null...

Auch im Ort selbst wuerden sich zur Abwechslung ein paa
r Obststaende sehr gut machen (Caro mag doch morgens immer ne Ananas!). Doch auch hier haben sich die Einheimischen nur auf ueberteuerten 'Transport' und Halskettchen spezialisiert. Im Grunde genommen sind die Verkauefer ja wirklich arme Hunde, doch wenn man innerhalb von 5 Minuten 20x angesprochen wird, kann das einem eben den letzten Nerv rauben.

Auch die im Lonely Planet angegebenen Preise fuer Essen, Trinken und Unterkunft kann man gut und gerne bereits im Vorfeld verdoppeln, wobei wir die aktuellste Ausgabe von 2008 haben! Man kann also sagen, dass hier wirklich der Wurm drin ist!

Leider - denn es koennte echt paradiesisch sein... Aber wir beiden sind schliesslich in der gluecklichen Situation, wenn es uns nicht passt, die Zelte abzuschlagen u
nd woanders wieder aufzuschlagen. Sind ja nicht im Urlaub im klassischen Sinne hier! ;-)

Und: Strand ist Strand - deshalb liessen wir es uns einfach nur gut gehen! Und nach zaehen Verhandlungen gab's die einstuendige Strandmassage fuer umgerechnet 2 Euro. ;-)



Am naechsten Morgen haben wir uns ein Moped ausgeliehen, um die Insel zu erkunden. Schon bereits wenige Kilometer noerdlich von Sengiggi fanden wir ein paar wiklich tolle und noch einsamere Straende. Die Natur war auf den ersten Blick noch in bester Ordnung und so fuhren wir in nahezu Schrittgeschwindigkeit einfach nur bloed durch die Gegend. Prima! Und nicht einem Touristen begegnet...





Fuer den Rueckweg enschieden wir uns fuer die Inlandsroute, die uns vorbei an vielen Reisfeldern und durch angenehm kuehlen Regenwald fuehrte, der als Highlight voll mit kleinen wilden Affen war, die links und rechts am Strassenrand abhingen.





So sieht Tanken im Hinterland an der einzigen Tankstelle weit und breit aus. Schoen der Reihe nach anstellen, bis man dran kommt...



Als naechstes planen wir einen 5 Tage und 4 Nachte langen Bootstrip, der uns die Kueste von Indoenesien etwas naeher bringen soll. Von Lombok aus geht es ueber Sumbawa nach Komodo, Rinca und Flores - natuerlich mit unserem Lieblingsanbieter 'Perama'. Die Tour startet nur alle 6 Tage, so genossen wir unseren letzten Tag noch einmal auf festem Boden am Strand von Sengiggi.
Zum Abschied gab es an diesem Abend (wie die letzten Abende zuvor halt auch ;-)) noch einmal das absolut untopbare 'Masakan Padang'. Wer weiss, was uns auf dem Boot erwartet?





Bali, Lombok: Sanur, Pandangbai, Lembar, Sengiggi (13.06.09)

Da wir von Nusa Lembongan nicht ganz so angetan waren, ging es bereits heute Morgen mit dem Boot wieder zurueck nach Sanur auf Bali. Dort angekommen haben wir bei unserem neuen Lieblings-Reisebuero 'Perama' gleich mal den naechsten Bus an die Ostkueste Balis gebucht. Da wir bis zur Abfahrt noch Zeit hatten, ging es mal wieder auf Futtersuche. Wir hatten ja nicht gefruehstueckt bei den Wucherpreisen auf Nusa Lembongan... In Sanur gab wieder die fix und fertig verpackten 'Reis-Chicken-Gemuese-Sambal Olek-Wundertueten'. Einfach, guenstig und suuuuuper lecker (Man muss es halt mit den Haenden essen...)!



Die 'Trans-Bali-Route'...



...fuehrte uns ueber Ubud, einem total huebschen und entspannten Bergdoerfchen (hier werden wir auf der Rueckfahrt sicherlich Halt machen!), nach Padangbai, wo wir eigentlich bleiben wollten. Laut Lonely Planet ein huebscher Ort zum Entspannen und Baden. Aber auch hier konnten wir dem Lonely Planet in keinster Weise zustimmen. Der Sandstreifen war noch duenner als auf Nusa Lembogan und noch voller mit Booten 'zugeparkt'. Schauderhaft! Da nuetzte es auch nichts, dass das Wasser kristallklar schien... Doch wie so oft hatten wir Glueck im Unglueck: In 15 Minuten sollte eine Faehre nach Lombok auslaufen. Also schnell Ticket gekauft und rauf aufs Boot - natuerlich mit weiteren leckeren Wundertueten als Proviant. Hm, Bali hatten wir uns ein wenig paradiesischer vorgestellt (wie es sicherlich vor 10 Jahren auch noch war...). Aus der Ferne betrachtet sah die Insel allerdings wieder total malerisch aus, insbesondere der Blick auf den wolkenverhuellten Gunung Agung.




In guten 4 Stunden erreichten wir Lombok, und allein die Hafen-Einfahrt nach Lembar liess auf ein ein Paradies hoffen...



Auch die anschliessende Fahrt nach Sengiggi war wirklich atemberaubend schoen. Und das Wetter ist dank des zweithoechsten Vulkans Indonesiens sehr angenehm. Sengiggi war einst die Touristenhochburg Lomboks - wirkt nun allerdings ein wenig ausgestorben. Wir fanden allerdings ein nettes Guesthouse mit einem schoenen Garten und Goldfischteich. Leider war genau dieses Guesthouse so gut wie ausgebucht, so dass unser Zimmer ein wenig abseits gelegen war. Aber uns wurde versprochen, dass wir am naechsten Morgen sofort umziehen duerfen. Zum Abendessen gab es endlich mal wieder unser geliebtes "Makasan Padang" in einem sehr urigen Warung um die Ecke. Wie immer sehr lecker und wuerzig...


Nusa Lembongan: Jungutbatu Beach (12.06.09)

Heute nahmen wir zum ersten Mal die Angebote von Perama in Anspruch, ein auf Bali und die Inselgruppe 'Nusa Tenggara' (Lombok, Sumbawa, Flores, Komodo) spezialisiertes Reisebuero. Die Busse, Boote und Faehren sollen mit Abstand die Besten und Sichersten sein. Da wurden wir auch nicht enttaeuscht! Das Boot, welches uns in gemuetlichen 1,5 Stunden auf die andere Insel brachte, war wirklich top in Schuss und die Mitarbeiter sehr freundlich! Gut, kostet zwar ein wenig mehr - ist es aber allemal wert!

Von der Ferne sieht die kleine Insel "Nusa Lembongan" wir
klich sehr idyllisch aus und das Wasser vor der Kueste ist kristallklar! Haben wir vielleicht etwa den Traumstrand gefunden?? :-)

Von Land aus betrachtet sieht die Wirklichkeit allerdings ein wenig anders aus... Der schmale Sandstreifen, der hier faelschlicherweise als Strand bezeichnet wird, ist aufgrund ganz vielem Seegras recht schmutzig und das Meer wegen der vielen Boote nur sehr schwer zu erreichen.




So hiess es: Einfach das Beste daraus machen! Jetzt sind wir schon mal hier... Wir fanden eine huebsche und bezahlbare Unterkunft mit einem riesigen Bett und einer schoenen Veranda. Schon war die Stimmung wieder besser! Da an Strand zu liegen nicht zu denken war, haben wir ein kleines Open-Air-Restaurant gefunden, welches Sunbeds (gegen ein Getraenk) neben den Tischen aufgestellt hatte. Nichts wie rauf! Eine Treppe fuehrte ins Meer, so dass wir trotz allem in den Genuss von Baden kamen. Doch noch ein schoener Tag.





Ansonsten ist die Insel aber voellig ueberteuert und die Inselbewohner leben neben dem Tourismus hauptsaechlich vom Abbau von Seegras, welches an Land getrocknet wird, fuerchterlich stinkt und dann zur Kosmetikherstellung weiterverkauft wird.





Nach einem wunderschoenen Sonnenuntergang...



...haben wir uns a
bends mit Niina und Henri, einem finnischen Paerchen, die wir auf der Fahrt kennengelernt hatten, zum Abendessen getroffen. Auch sie planen in naher Zukunft eine groesse Reise und so waren wir natuerlich gefundenes Fressen fuer die Beiden! Es wurde relativ spaet, so nett und lustig war der Abend. Ein schoenes Gefuehl, wenn man mittlerweile schon so erfahren ist, dass man anderen Travellern richtige Tipps geben kann! ;-)

Bali: Sanur (11.06.09)

So sehr haben wir uns auf's Meer gefreut. Mag komisch klingen, aber die letzten Tage in Australien waren ja bekanntlicherweise verregnet, so dass wir nicht viel vom Meer hatten. Und die letzten Tage war ja noch "Programm" angesagt. Zudem ist Java nicht unbedingt bekannt dafuer, dass es superschoene Straende haben soll. Also war es eben heute an der Zeit endlich mal wieder ein bisschen zu beachen und im Meer zu baden.

Caro war vor 9 Jahren schon mal auf Bali und hatte damals auch in Sanur gewohnt. Anmerkung: Es hat sich so einiges veraendert!!!... Sanur ist um einiges touristischer geworden und der damals eher schmale Strand wurde komplett aufgeschuettet. Vor allem aber wurden die Preise "up up" angehoben!

Dennoch suchten wir uns zwei bezahlbare Sunbeds inklusive Sonnenschirm und stuerzten uns ins suesse Nichtstun. Anders als in Thailand oder Kambodscha gibt es hier so gut wie keine Strandverkauefer, was vielleicht daran liegen mag, dass dieser Strand in fester Hand von den eher Wohlbetuchteren ist. Auf der einen Seite zwar gut fuer uns, da wir wirklich relaxen konnten, auf der anderen Seite haetten wir aber auch gerne z.B. frische Fruechte oder frisch gegrillte Maiskolben vom portablen Grill gehabt...





So mussten wir uns nachmittags auf die Suche nach guenstigem Essbarem machen. Und wir wurden fuendig. Versteckt zwischen zwei Luxushotels fanden wir einen kleinen Stand, der Reis, Huehnchen, Sambal Olek und Gemuese zum Mitnehmen anbot. Und natuerlich zu backpackerfreundlichen Preisen! So moegen wir das...



Abends ging's dann auf den Nachtmarkt, wo es von (Urlaubs-)Touristen nur so wimmelte. Ganz stolz sassen alle an Essensstaenden (die fuer einen Nachtmarkt mal wirklich sauber waren) und gaben uns hilfreiche Tipps. Lachhaft! ;-) Wenn die wuessten, was wir uns schon alles waehrend unserer Reise in den Rachen gestopft haben...

Dennoch war das Essen hier auf dem Markt wirklich ausgezeichnet und einigermassen authentisch. Fuer uns gab's heut mal lecker Fisch.



Zufrieden und mit sonnenverwoehnter Haut gingen wir zeitig schlafen. Morgen geht's ja schon wieder weiter nach Nusa Lembongan (schlimm, diese Hummeln im Hintern!), eine kleine Insel vor der Kueste Balis, wo wir uns erhoffen, von keinen Pauschaltouristen hilfreiche Tipps zu bekommen... ;-)

Donnerstag, 11. Juni 2009

Java, Bali: Mount Bromo, Denpasar, Sanur (09.06.-10.06.09)

Da heute mal wieder eine lange und wahrscheinlich anstrengende Fahrt zum Mount Bromo auf dem Programm stand, haben wir uns zum Fruehstueck an einem Strassenstand in einer engen Gasse ums Eck erstmal zur Staerkung einen Teller Reis mit verschiedenartigsten, vegetarischen Beilagen gegoennt. Gewoehnungsbeduerftig so frueh - insbesondere fuer Caro - aber sehr lecker (und natuerlich schoen scharf)!

Puenklich um 9:00 Uhr bestiegen wir den Minibus, den wir mit 9 anderen Reisenden aus der ganzen Welt (Japan, Frankreich, Holland, Hongkong) teilten. Der Platz war angemessen und die Klimaanlage funktionierte einwandfrei. Dies sollten aber auch die einzigsten positiven Erfahrungen fuer die naechsten 12 Stunden sein...

Der Verkehr auf Java ist schlicht und ergreifend der Horror! Pferdekarren, LKWs, vollbeladene Fahrraeder, Fussgaenger, Autos und Motorraeder teilen sich irgendwie die engen Strassen und es wird gehupt, beschleunigt, abgebremst und ueberholt, was die Karren so hergeben. Ein Wunder, dass wir keine Unfaelle miterlebt haben - aber irgendwie scheint auch hier ein fuer uns nicht nachvollziehbares System dahinterzustecken! Hoffentlich ein System... :-)

So hiess es: Sitz zurueck klappen und versuchen zu schlafen, denn auch landschaftlich zeigte sich Java nicht von seiner schoenen Seite, da sich diese Strecke eine haessliche Grosstadt an die Naechste reiht.

Zum Mittagessen wurde man - wie bereits aus anderen asiatsichen Laendern gewohnt, warum sollte es in Indonesien auch ander sein - irgendwo in der Pampa an einem ueberteuerten Restaurant abgesetzt, so dass man auch ja keine Moeglichkeit hat, woanders zu essen, als genau hier. Naja, mit ner "billigen" Suppe kann man allerdings auch hier nichts falsch machen!

Voellig erschoepft kamen wir bei Regen (!!!) in Probolinggo am Fusse des Mount Bromo an, wo wir in einen anderen Bus umsteigen mussten, der uns in einer weiteren Stunde bis knapp auf 2.300 Hoehenmeter karrte.

An einem schoenen Guesthouse hiess es fuer die anderen Leidtragenden aussteigen und einchecken. Jedoch nicht fuer Caro und Alex... Was das diesmal wohl schon wieder zu bedeuten hatte?

Unglaublich aber wahr: Etwas Gutes! Wir wurden naemlich noch eine weitere 'Etage' weiter nach oben gefahren, wo es am besten 'Hotel' vor Ort endlich auch fuer uns beide hiess: Endstation! Etwas verdutzt bezogen wir unser Zimmer mit Fernseher, warmer Dusche, kostenlosem Tee und Mineralwasser und einem Gutschein fuers Fruehstueck.

Verdutzt deswegen, weil wir im Reisebuero in Yogyakarta die billigste Uebernachtungsoption (natuerlich ohne Fruehstueck) gewaehlt hatten und eigentlich ein heruntergekommenes Zimmer mit Etagentoilette erwartet hatten. Gibt es solch Glueck in Asien doch noch? ;-)

Da es hier oben wirklich arschkalt war (gut, dass all unsere warmen Pullis in Singapore sind...), gab es auch zum Abendessen ein waermendes Sueppchen, bevor wir totmuede ins Bett fielen. Wecker klingelt ja schliesslich morgen bereits um 3:30 Uhr schon wieder!

Am naechsten und sehr fruehen Morgen haben wir es a la 'Zwiebelschicht' geschafft, gegen die frischen grad mal + 4 Grad anzukaempfen. Als wir in den Jeep stiegen, starrten uns 4 unglaeubige Leidtragendene von der gestrigen Busfahrt an, da sie gar nicht glauben konnten, dass wir in solch einem tollen Hotel uebernachtet haben. Tja, gewusst wie! ;-)

Im Dunkeln ging unsere Fahrt zum 2770m hohen Gunung Penanjakan, von wo aus man die beste Ausischt auf den Mount Bromo bei Sonnenaufgang haben soll. Und das war sie dann auch! Die in Nebel gehuellte Vulkanlandschaft raubte uns wirklich den Atem! Zum Glueck haben wir eine Fotografin aus Bad Toelz kennengelernt, die sich ihren Lebensunterhalt mit Vulkanbildern verdient. Da Caro's Kamera bei Dunkelheit leider nicht die besten Bilder macht, ein grosses Glueck fuer uns, denn sie konnte uns tolle Tipps zur manuellen Lichteinstellung geben. So haben auch wir jetzt tolle Bilder zum Sonnenaufgang!













Anschliessend ging es wieder mit dem Jeep runter zur 'Talstation' des Mount Bromos. Nach einem kurzen Fussmarsch und anstrengendem Treppensteigen - es stank fuerchterlich nach Schwefel und tat schrecklich in den Lungen weh - erreichten wir den Kraterrand, aus dem es nur so dampfte und qualmte. Auch hier hatte der Fotoapparat natuerlich keine Pause...











Zur Belohnung fuer's fruehe Aufstehen gab es im Hotel leckeres und frisches Nasi Goreng zum Fruehstueck und nach einer kalten Dusche (das versprochene warme Wasser funktionierte letztendlich dann doch nicht...) ging unsere Reise nach Denpasar auf Bali auch schon weiter. Die Fahrt zurueck ins Tal war nochmal wirklich sehenswert - gestern bei Ankunft war ja schon alles dunkel. Der Anschlussbus nach Denpasar hatte natuerlich ueber eine Stunde Verspaetung, was uns bei dem Verkehr aber auch nicht weiter wunderte.

Die Fahrt mit der Faehre - bereits im Dunkeln - nach Bali verlief reibungslos, und wir wurden bestens mit billigen Verkaufsveranstaltungen auf Indonesisch unterhalten. Auf Bali lagen dann leider nochmals ca. 4 Stunden Fahrt vor uns, so dass wir auch heute wieder alles im allen 14,5 Stunden unterwegs waren, ehe wir in Denpasar ankamen.

Mit dem Minibus ging es vom Busbahnhof in Denpasar schnell nach Sanur, wo wir gluecklicherweise auf Anhieb ein wunderschoenes Guesthouse gefunden haben und totmuede in das absolut bequeme und frische Bett fielen. Puh - Welcome to Bali...


Montag, 8. Juni 2009

Java: Borobudur, Prambanan (08.06.09)

Der singfreudige Muezzin funigerte heute morgen um 4:30 Uhr perfekt als unser Wecker. Fruehes Aufstehen war angesagt, denn wir haben eine Tour nach Borobudur (einer buddhistischen Tempelanlage) und Prambanan (einer hinduistischen Tempelanlage) gebucht.

Zuerst ging es zum Sonnenaufgang zum Borobudur Tempel, der etwa 45 km nordwestlich von Yogya liegt. Dieser Tempel aus dem 9 Jhdt. gehoert neben Ankor Wat und Bagan zu den schoensten Tempeln in Asien. Und wahrlich! Eine wirklich gigantische Tempelanlage! Umgeben von vielen Vulkan-Bergen wirkte der Tempel vor allem durch die noch morgendlichen Nebelfelder so richtig mystisch. Wir waren sichtlich begeistert:

















Gestern wurde uns ja noch verwehrt, den Mount Merapi zu sehen... So bot sich uns heute allerdings von Borobudur aus doch noch ein schoener Blick auf den rauchenden Vulkan:



Als gegen 8 Uhr langsam die ganzen Touristen eintrudelten, machten wir uns weiter auf den Weg zum Prambanan-Tempel - der groessten hinduistischen Tempelanlage Indonesiens, ebenfalls aus dem 9 Jhdt. Prambanan hat uns im Vergleich zu Borobudur nicht ganz so gut gefallen. Mag aber auch daran gelegen haben, dass sich die Anlage, nach einem starken Erdbeben im Jahre 2006, groesstenteils noch im Wiederaufbau befindet und um uns herum fast nur Baustelle war.





Den Rest des Tages liessen wir in der entspannten Stadt Yogya ausklingen. Wichtig war noch, das typische Gericht Yogya's auszuprobieren, welches sich 'Nasi Gudek' nennt. Ist Reis mit Jackfruit, wuerziger Kokossauce, Tempeh (getrocknete Sojabohnen irgendwie zubereitet) und Ei. Ein recht suesse Angelegenheit. Einmal probiert und gut ist. Morgen geht es weiter.






Samstag, 6. Juni 2009

Java: Yogyakarta (05.06.-07.06.09)

Da Singapur eine so kostspielige Angelegenheit ist, ging es heute mit Air Asia weiter nach Yogyakarta auf Java. Wir hatten gleich mal ne Stunde Verspaetung, doch das war gar nicht so schlimm fuer uns, dann am Singapore Airport kann man umsonst ins Internet und umsonst Fussmassage-Geraete benutzen. So laesst es sich ja ganz gut aushalten - bis auf, dass die Klimaanlagen fast den Gefrierpunkt erreicht haetten...

In Yogyakarta gelandet, hiess es erst mal ab durch die Schweine-Grippe-Quarantaene-Station! Jeder Passagier wurde ein mal kurz abgespritzt ehe man zur Immigration und zum Gepaeckband weiter konnte.



Aber die Uhren ticken hier eh wieder anders. Der Flughafen von Yogya ist wohl der kleinste, den wir je gesehen haben. Die Air Asia Maschine hat uns mitten auf dem Rollfeld abgesetzt, das Gepaeck wurde mit Karren in die Ankunftshalle geschleppt und ehe wir ueberhaupt durch die Quarantaene-Station geschleust wurden, sah man die Maschine schon wieder starten.

Im Lonely Planet haben wir den Tipp gelesen, dass es von der Hauptstrasse 200m vom Flughafen entfernt guenstigere Taxis ins Stadtzentrum geben soll. So haben wir uns auf den Weg gemacht. Doch ehe wir die Hauptstrasse ueberhaupt erreichen konnten, wurden wir von einer 28-jaehrigen Indonesierin mit ihrem Freund / Papa / wer auch immer aufgegabelt. Die beiden boten uns an, uns kostenlos mit in die Stadt zu nehmen. Klar, dass wir erst mal ziemlich skeptisch waren, denn Grundsatzregel Nummer eins in Asien ist: Nichts ist umsonst!

Dennoch stiegen wir ein. Die zwei freuten sich sehr ueber ihre 'new friends' und liessen sich nicht davon abbringen, uns sogar bei zur Unterkunftsuche zu begleiten. Nachdem wir ein schones Guesthouse gefunden haben, verabschiedeten sie sich hoeflich und waren nie wieder gesehen. Wow! Solch eine Gastfreundschaft haetten wir echt nicht erwartet, wenn Sie auch sicherlich vom Guesthouse ne Provision erhalten haben - das soll uns ja aber nicht weiter stoeren!

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten und uns wieder dazu entschlossen hatten, unsere 'Sleepies' zum Schlafen herzunehmen, wollten wir unseren Hunger nach Asia-Food stillen - das Fruehstueck im Hostel in Singapur war auch heute, nicht anders wie gestern, genauso bescheiden. In der Gasse wartete bereits ein neuer "Freund", der uns zu einem 'warung', einem typisch indonesischen Strassenstand in einer schmalen Seitengasse fuehrte. Das rein vegetarische Essen war ein Traum und mit Sambal konnten wir die so geliebte Schaerfe herbeizaubern. Die groesste Ueberraschung war allerings, dass beide Essen zuzueglich frischem Eistee umgerechnet 60 Eurocent gekostet haben. Das sieht doch schon besser aus! So kanns weitergehen: Unterkunft fuer 3 Euro und nun das! Asien ist einfach toll - vor allem dreht sich sooo viel ums Essen!

Abends gleich zum naechsten Strassenstand, wo wir einen Hollaender und einen Kanadier kennen gelernt haben, was echt an ein Wunder grenzt, denn Touristen sind hier absolute Mangelware. Beim Absackerbier in einer kleinen Bar mit Livemusik unterhielten wir uns praechtig - und konnten uns von dem schon wieder so abgehackt-schlechten, asiatischen Englisch erholen.

Die erste Nacht war sehr erholsam, da unser Guesthouse in einer ruhigen Gasse abseits des ganzen Trubels liegt - bis morgens um 4:30 Uhr der Muezzin lauthals zum ersten Gebet des neuen Tages aufforderte! Ja, wir befinden und nicht nur in Asien, sondern auch mitten in der groessten muslimischen Nation weltweit - allerdings wird hier die Scharia nur teilweise praktiziert.

Am zweiten Tag stand Sightseeing auf dem Programm, inklusive Kraton, dem Wohnsitz des Sultans, welcher uns ehrlich gesagt eher weniger vom Hocker gehauen hat.


Gaehn!

Auf dem Weg dorthin wurde man immer wieder von Schleppern abgefangen, die einen unbedingt die javanesische Batikkunst naeher bringen wollten. So entpuppte sich unser Stadtbummel als eine Art Spiessrutenlauf. Dennoch genossen wir die Stadt in vollen Zuegen. Yogya ist so entspannt! An die Hitze gewoehnen wir uns so langsam auch wieder, aber ist echt Wahnsinn, was man hier den ganzen Tag ueber trinken kann (ohne Pipi machen zu muessen wohlgemerkt!). So goennten wir uns immer wieder an den Strassenstaenden den ein oder anderen Eistee, um einfach nur das geschaeftige Treiben zu beobachten.









Am Faszinierendsten ist aber eigentlich, dass wir keine 10 Minuten laufen koennen, ohne dass wir von indonesischen Touristen, die wohl zum ersten Mal in ihrem Leben eine Grossstadt besuchen, angequatscht werden, ob wir ein Foto mit ihnen machen wuerden. Fuer die sind wir Europaer etwas ganz Neues und Besonderes. Vor allem von unserer Groesse waren sie total ueberwaeltigt, wir hoerten sie immer nur quietschen: "You're so tall! You're so tall!" Tourismus ist eben in Indonesien nicht so weit verbreitet... Fuer uns war es aber auch eine ganz neue Erfahrung, denn wir koennen uns wohl ihre Lebensweise nicht wirklich vorstellen.



Abends haben wir die Einladung unseres neuen "Freundes" aus dem Reisebuero gegenueber
unseres Guesthouses angenommen und ihn bei einer traditonellen Tanzvorfuehrung besucht, die sich "Jatilan" nennt. Bei diesem Tanz verkleiden und malen sich die Darsteller an und ein wichtiger Bestandteil sind Steckenpferde. Innerhalb von 2 Stunden tanzt sich die ganze Gruppe in Trance... Sehr interessant zu sehen und wirklich prima, da ausser uns sonst keine Touristen vor Ort waren und wir auch hier neben der Tanzveranstaltung fuer die Zuschauer DAS Highlight waren.



Am naechsten Tag wollten wir uns auf eigene Faust zum nahegelegenen Mount Merapi aufmachen, dem aktivsten Vulkan auf Java. So setzten wir uns in einen Local Minibus (selbstverstaendlich waren wir die einzigen Touristen), der innerhalb von einer Stunde zu dem Bergdorf 'Kaliurang' fuhr. Ein Highlight dieser Fahrt war allein schon, dass an einer Haltestelle mal eben ein Gitarrenspieler angerannt kam, der uns ein schoenes Liedchen vortraellerte.



Von Kaliurang aus war der Plan, ein Motorad-Taxi zu nehmen, um zu dem spektakulaeren Aussichtspunkt in Kali Aden zu gelangen, von wo aus man den Vulkan perfekt brodeln sehen soll. Doch so weit kamen wir nicht! Ob es am freien Sonntag lag oder nicht - wir haben kein Motorrad-Taxi in diesem Bergoertchen finden koennen... So ging es eben nach ein bisschen Umsehen und zum "x-ten Mal Fotomodell fuer Indonesier Stehen" wieder hinab nach Yogya. Trotz allem Pech den Vulkan nicht gesehen zu haben, ein lohnenswerter und klimatisch sehr angenehmer Ausflug.



...und abends gab's endlich mal wieder eine Massage! Eine ganze Stunde Fussreflexzonenmassage fuer weniger als 2 Euro! Nach ueber 3 Monaten eine wahre Wohltat fuer unsere Fuesse.